Tiefe Spuren hinterlassen
03.06.2026 |
ARZ, 03.06.2026
Von Peter Bergmann
In der Dreifaltigkeitskirche in Renchen wird Pfarrer Herbert Faller verabschiedet. Hohe Wertschätzung wird dem Seelsorger entgegengebracht, der seinen Ruhestand in Achern verbringen wird.
Renchen. Es war der dritte und feierlichste Akt einer Verabschiedungsserie, die Renchen und seine Teilorte in den vergangenen Wochen gemeinsam begangen hatten:
Nach dem Pfingst-Vorabendgottesdienst in der Mauritiuskirche Ulm und einer Feier in Erlach versammelte sich am vergangenen Sonntag die Gemeinde zum Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit in der Pfarrkirche Renchen, um Pfarrer Herbert Faller offiziell und würdevoll zu verabschieden.
Funken entzündet
Musikalisch eröffneten der Kirchenchor unter der Leitung von Markus Grothmann und der Kinderchor Wirbelwind unter Corinna Höfinghoff den Gottesdienst gemeinsam mit dem Lied „Ein Funke aus Stein“ – ein Bild, das treffender kaum hätte sein können für einen Seelsorger, der in fast neun Jahren in Renchen immer wieder Funken entzündet hat. Das sorgfältig abgestimmte musikalische Programm – von „Du rufst uns“ über „Tanzen, ja Tanzen“ des Kinderchors bis zum gemeinsam gesungenen Abschluss „Nun danket alle Gott" – trug den Geist des Festes durch jeden Moment.
Pfarrer Christof Scherer von der Kirchengemeinde Acher-Renchtal übernahm die offizielle Verabschiedung. Er sprach für eine Kirchengemeinschaft, die seit dem 1.Januar neu zusammengewachsen ist und in der Fallers jahrelange Arbeit – gerade auch im Prozess 2030 – unverzichtbare Grundlagen gelegt hat.
Bürgermeisterin Stephanie Bartsch ergriff das Wort für die Stadtgemeinde Renchen. Ihre Rede, von echter Wertschätzung geprägt, würdigte einen Pfarrer, der nicht nur kirchlich, sondern auch menschlich tiefe Spuren hinterlassen hat – in den Pfarreien, in den Vereinen, im Alltag der Menschen. Sie erinnerte an einen Mann, der zuhörte, der Brücken baute und der mit unverstelltem Humor die Herzen öffnete.
Josef Braun sprach im Namen des Seniorentreffs Renchen und wählte dafür Worte des Dichters Andreas Gryphius: „Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen, mein sind die Jahre nicht, die etwa mögen kommen. Der Augenblick ist mein.“ Ein Dank für den unvergleichlichen Humor, der Fallers Predigten stets bereichert hatte, für die humorvollen Fasentsauftritte, die zu festen Höhepunkten der Seniorenfasent geworden waren – und für die wertschätzende Zusammenarbeit, die die Gemeinde noch lange nicht vergessen werde.
Von der Gemeinde erhielt Herbert Faller ein Geschenk, das niemanden im Unklaren ließ, wessen Herz auch im Ruhestand schlägt: ein FC-Bayern-Trikot mit der Nummer 70und dem Namen „Faller“ auf dem Rücken. Die Reaktion im Kirchenschiff: herzliches Gelächter, warmer Applaus.
In Reichweite
Nach dem Gottesdienst lud die Gemeinde zu Begegnung und Freigetränken ein – im Josefsaal und auf dem Kirchplatz. Der Abschied war vollzogen. Aber wie es in den Dankesworten des Tages mehrfach klang: Pfarrer Faller bleibt „in Reichweite“ – als Pfarrer i.R., der in Achern seinen Wohnort hat und dem ein gelegentlicher Gottesdienst in Renchen gewiss nicht fremd sein wird.
„In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, zitierte Josef Braun zum Abschluss Hermann Hesse. Für Herbert Faller beginnt jetzt ein neues Kapitel. Die Renchener wünschen ihm alles Gute dafür.