Mösbacher Katholiken feiern Schutzpatron ihrer Kirche

03.08.2026 |

Das Patrozinium erinnert an 165 Jahre Kirchengeschichte / Schutzpatron ist von Beginn an der frühchristliche Märtyrer Romanus

Quelle: Badische Neueste Nachrichten (BNN)
Von Roland Spether

Achern. Vor 165 Jahren hat es in Mösbach einen prächtigen Festtag des Glaubens gegeben. Denn mit der Grundsteinlegung für die erste Kirche im Dorf ging ein Herzenswunsch der Bürger in Erfüllung: Die Kirche weihten sie Romanus, und seither feiern sie das Patrozinium in Erinnerung an den Märtyrer aus frühchristlicher Zeit. Als am 27. Mai 1861 der Grundstein für die Kirche in der Mitte des Dorfes gesetzt wurde, standen „wohlgeborene Herren“ und „löbliche Mitglieder des Gemeinderaths“ in schönster Festtagstracht Spalier, die Ehrenliste der „hochwürdigen Herren“ war lang und die Zeremonie sehr feierlich.
Die Grundsteinlegung markierte auch den Beginn einer eigenständigen Pfarrei, die sich die Mösbacher so sehr wünschten. Nun wurde wieder das Patrozinium mit einem sehr festlichen Gottesdienst gefeiert, in dem Pater Rony Manthottam den Mitfeiernden besonders ans Herz legte, weiterhin die Überzeugung zu leben: „Nichts kann uns trennen von der Liebe zu Jesus Christus.“ Dieser Wunsch wurde auch in den schönen Liedern des Kirchenchores unter der Leitung von Petra Vogt (Orgel: Tobias Götz) spürbar, auch dies ein klingendes Zeugnis des Glaubens. Dieses reicht bis zur Kirchweihe am 29. Dezember 1862, als Hauptlehrer Georg Kölmel einen Chor mit „vierstimmigem Gesang“ leitete und so die „Mösbacher Kirchenmusik“ gründete.
Dass sich die Mösbacher Christen einen römischen Soldaten als Patron wünschten, hat etwas mit ihrer alten Pfarrei in Ulm zu tun. Denn auch damals gab es schon große Kirchengemeinden. Die Mösbacher mussten wie die Gläubigen aus Renchen, Erlach, Haslach, Stadelhofen und Tiergarten bei Wind und Wetter weite, unbequeme Wege gehen. An Festtagen waren sie schon in aller Herrgottsfrühe unterwegs, gingen dann wieder heim zum Mittagessen und nachmittags wieder nach Ulm zu Andachten, Rosenkranz und Totengebet. Die Kinder „meckerten“ kräftig und die Alten wurden irgendwie zur Ulmer Kirche mit dem Patron Mauritius. Der war Offizier der „Thebäischen Legion“ mit christlichen Soldaten. Er wurde mit seinen Kameraden in der Christenverfolgung getötet und ging als Beschützer der „Heiligen Lanze“ von der Kreuzigung Jesu in die fromme Legende ein. Deshalb wollten die Mösbacher unbedingt auch einen römischen Beschützer, zumal der von Diakon Laurentius im Kerker getauft wurde und als Kämpfer für den Glauben starb.  
Teils weite Wege müssen die Christen auch heute in der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal zurücklegen. Doch es ist gut, dass die Kirchen immer noch in den Dörfern sind, überall das Patronatsfest gefeiert wird und sich Pilger zu Fuß auf den Weg machen. Diese Tradition begann 2016, als Mösbacher von der Kirche St. Roman in Mösbach zur Wallfahrtskirche St. Roman in Wolfach pilgerten. Danach ging es mit „Pilgervater“ Jürgen Wilhelm in die umgekehrte Richtung. Daraus entwickelte sich das Pilgern zu den Patrozinien der Gemeinden in Achern.