"Christen-Mannschaft" beweist Teamgeist

01.07.2026 |

Trotz der hitzebedingten Absage des Oppenauer Pfarrfestes wurde der Kirchenpatron „Johannes der Täufer“ in einem würdigen Rahmen gefeiert. Dazu hatte das Gemeindeteam in Rekordzeit Begegnungsmöglichkeiten im Kirchengebäude geschaffen und wurde dafür mit einer Welle der Solidarität belohnt.
 

Bereits vor Beginn des Gottesdienstes am Sonntag wurde deutlich, dass ein besonderes Ereignis anstand: Martina Strauß, Vorsitzende des Kirchenchors, erläuterte den Besuchern anhand von kurzen Sequenzen der im Anschluss von Chor und zehn Gastmusikern sehr gefühlvoll intonierten „Solo-Messe“ von W.A. Mozart deren Aufbau und Intention – wie Musik Gefühle wie Freude, Hoffnung, Friede und Staunen erlebbar mache.
 
Auch der Blick auf das Lesepult machte neugierig, denn ein Plakat verkündete „Herzlich willkommen zum WM-Studio“ – wobei „WM“ für „Wir-Mannschaft“ stand. Einige Gottesdienstbesucher waren im Trikot ihres Lieblingsvereins gekommen, so auch die Landjugend und Joris Maier, der im Outfit von Bayern München zusammen mit Gemeindeteam-Sprecherin Verena Müller-Kunkel überlegte, woran man denn die „Christen-Mannschaft“ erkennen könne. Spannend wurde es, als die Orgel nach der Lesung die Erkennungsmelodie des „Aktuellen Sportstudios“ spielte: „Moderatorin“ Verena Müller-(Hohenstein)-Kunkel begrüßte als „Studiogäste“ Aaron Wiegert als aktiven Handballspieler, Christina Schubert als Trainerin der Fußball-F-Jugend, Andrea Keller als Vertreterin von Pfarreirat und Gemeindesteam sowie Pfarrer Klaus Kimmig. Gemeinsam verglichen sie Sport- mit Christenmannschaften und entdeckten viele Parallelen wie Mannschaftsaufstellung bzw. Aufgabenverteilung nach Talenten, Teamgeist oder beider Beitrag für das Gemeinwesen. Dagegen wurden Unterschiede deutlich in Sachen Leistungsdruck, Umgang mit den Tiefpunkten des Lebens oder schlicht, wie die „Events“ gestaltet werden. Beim Sport sei mehr Action auf und neben dem Spielfeld, wogegen bei einem Gottesdienst nicht zu sehen sei, was sich in den Herzen der Menschen bewege.
 
Ein Novum war die angesichts der hohen Temperaturen vom Gemeindeteam noch während der Messe verteilten Getränke ebenso wie die hitzebedingte Verlegung des traditionellen Pfarrfestes im Anschluss an den Festgottesdienst vom Josefshaus in den rückwärtigen Teil der Kirche nach dem Motto „Draußen heiß – drinnen herzlich!“. So waren alle zum Stehempfang bei gekühlten Getränken und Gebäck eingeladen, was auch gerne angenommen wurde. Spendiert wurde dieses Angebot von Pfarrer Klaus Kimmig, der im Mai sein 40-jähriges Priesterjubiläum beging und dies nun mit der Gemeinde nachfeierte. Parallel dazu wurden die fürs Pfarrfest bestellten und nicht mehr stornierbaren Speisen und Getränke zum Verkauf angeboten, um damit zumindest einen Teil der weiteren Stornokosten für Zelt und Ausrüstung zu erwirtschaften. Sichtlich gerührt bedankte sich Verena Müller-Kunkel bei allen, die das Gemeindeteam in dieser schwierigen Situation unterstützten: „Was sich da an Dynamik und Zuspruch in diesen vier Tagen entwickelt hat, das hat uns total überwältigt“. Damit bewies die große „Christenmannschaft“ echten Teamgeist.
 
Im musikalisch wie thematisch außergewöhnlichen Festgottesdienst zum Patrozinium der Oppenauer Kirche St. Johannes Baptist fanden sich die Gottesdienstbesucher in einem WM-Studio wieder, wo Moderatorin Verena Müller-Kunkel (Mitte) Vertreter aus Handball (Aaron Wiegert), Fußball (Christina Schubert), Pfarreirat (Andrea Keller) und Seelsorgeteam (Pfarrer Klaus Kimmig, von links) interviewte.