Pater Soji und neues Gemeindeteam in Nesselried begrüßt

19.08.2026 |

Beim Sonntagsgottesdienst in Nesselried wurden Pater Soji vorgestellt und das neue Gemeindeteam gesegnet. Die Feier setzte zugleich ein Zeichen für gelebte Gemeinschaft in der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal.

An der Tatsache, dass einer der beiden Pfarrer der neuen Pfarrei Acher-Renchtal nach Nesselried zum Sonntagsgottesdienst gekommen war, konnte man erahnen, dass an diesem Tag etwas Besonderes gefeiert wurde. In der Tat waren es zwei freudige Ereignisse: zunächst die Vorstellung von Pater Soji, der künftig in den Pfarrgemeinden der ehemaligen Seelsorgeeinheiten Appenweier und Renchen arbeiten wird und in drei Wochen ins Pfarrhaus Renchen einziehen wird. Pfarrer Christof Scherer aus Achern begrüßte den Mitbruder aus Indien im Namen der Gemeinde herzlich und spendete ihm zum Start seiner Tätigkeit einen Segen.
In seinem Predigtwort knüpfte der Geistliche einen Bogen von den Tageslesungen zum Alltag. Er berichtete von einer jüngst veröffentlichten Studie, in denen erforscht worden war, wie oft die Wörter „ich“ und „wir“ in zeitgenössischen Pop- und Rockliedern in den vergangenen Jahren verwendet worden waren. Der Trend war eindeutig: die Zahl des Wortes „ich“ nehme zu, die Zahl des Wortes „wir“ seit Jahren ab. „Ist das ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft eher ich-bezogen lebt?“ stellte Scherer die provokante Frage in den Raum. Er selbst erlebe im kirchlichen Alltag das Gegenteil und stellte Situationen aus Gesprächen vor: er erlebe kein Paar, das sein Kind zur Taufe anmelde und ihm als Pfarrer rückmelde „Was haben wir nur angestellt?“ – ein Satz, der für Scherer die logische Schlussfolgerung wäre, wenn die Eltern völlig ich-bezogen lebten. Von solchen Aussagen könne nie die Rede sein, immer freuen sich die jungen Eltern über den Nachwuchs. In diesem Sinne gab Pfarrer Scherer der Gemeinde mit, auch im kirchlichen Alltag mit den Haupt- und Nebenamtlichen zusammenzuwirken und auf eine gute Gemeinschaft zu achten.
Am Ende des Gottesdienstes, der vom Chor Da Capo unter der Leitung von Tobias Götz mit neuen geistlichen Liedern mitgestaltet wurde, erfolgte der zweite freudige Programmpunkt des Vormittags: das neue Gemeindeteam erhielt ein Präsent in Form einer Rose, was Pfarrer Scherer mit einem Augenzwinkern kommentierte: „In einer anderen Gemeinde gabs Schokolade – bei diesen Temperaturen etwas ungeschickt.“ Die Mitglieder stellten sich kurz vor und bekamen abschließend ein Segenswort mit auf den Weg. Unterm Strich war der gesamte Gottesdienst ein schönes Zeichen gelebter Gemeinschaft – sowohl von den Menschen vor Ort als auch im Hinblick auf das Hineinwachsen der Gemeinden in die neue Großpfarrei, die sich künftig vom hinteren Renchtal bis ins Sasbachtal erstreckt.