Fatima-Tag mit Pfarrer Stefan Märkl in Lautenbach
13.07.2026 |
Beim Fatima-Tag in Lautenbach kehrte Pfarrer Stefan Märkl an seine frühere Wirkungsstätte im Renchtal zurück. Die feierliche Messe mit Chor, Cello und Orgel sowie der Schlusssegen im Pfarrgarten wurden zu einem eindrucksvollen Zeichen gelebter Gemeinschaft.
Eine wertvolle Besonderheit bei den Fatima-Tagen in Lautenbach ist die Tatsache, dass den Verantwortlichen viel daran gelegen ist, Abwechslung zu bieten, sei es bei der musikalischen Gestaltung oder bei den Geistlichen, die die Messe feiern. So ist es ein schönes Zeichen, dass neben den Ortspriestern immer wieder „alte bekannte Gesichter“ am Altar auftauchen – beim Juli-Gedenktag war es nun Pfarrer Stefan Märkl, der als jetziger Pfarrer in Wolfach den Weg zu seiner ehemaligen Kaplanstelle im Renchtal angetreten war. „Von mir aus hätte man die Umgehungsstraße um Oberkirch und Lautenbach nicht bauen brauchen, immer wenn ich durchs Renchtal fahre, halte ich an der Wallfahrtskirche Lautenbach an und mache einen Abstecher zur Muttergottes.“ Mit diesen Eröffnungsworten hatte der sympathische Geistliche sofort die Herzen der Anwesenden gewonnen. Bereits bei seinem Einzug in das Gotteshaus mit zahlreichen Ministranten war zu vernehmen, dass es eine Messe mit musikalischen Höhepunkten werden sollte. Der Leiter des Oberkircher Kirchenchores Konrad Bayer spielte auf seinem Cello und trug zwei wunderschön interpretierte Stücke vor, begleitet von Tobias Götz an der Orgel. Mit dem Magnificat von Richard Shephard zeigte sich der Chor der Stadtkirche bereits beim Gloria bestens gelaunt und gab auch bei seinen weiteren Stücken eine beachtenswerte Visitenkarte ab.
In seiner Predigt spannte Pfarrer Märkl einen Bogen vom Evangelium mit den sperrigen Worten „Denkt nicht, ich bin gekommen, um Frieden zu bringen.“ bis hin zum Alltag. Wie sollten die Worte „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, gehört nicht zu mir“ verstanden werden? Märkl machte klar, dass er sich sicher nicht die Liebe zu seinen Eltern verbieten lasse. Gerade Menschen, die in ihrem Leben oft umziehen mussten, wüssten genau, wie stark Familienbande sein könnten. Gleichzeitig könne es auch Familienkonstellationen geben, in denen man den Beteiligten wünsche, dass sie daraus ausbrechen dürften. Letztendlich gehe es Jesus eher um die Freiheit, Wege frei zu wählen und sich dabei nie einengen zu lassen. Auch den Aposteln hatte Jesus die Wahl gelassen, ihm zu folgen oder lieber in ihrer Familie zu bleiben.
Ein weiteres beeindruckendes Bild war für Märkl das Bild vom Schluck Wasser in der Wüste – einem erfrischenden, lebensspendenden Moment. Ihn als Priester freue es immer wieder, wenn er im übertragenden Sinne derartige Augenblicke erleben dürfe: wenn ein Azubi vor dem Berufsstart um einen Segen bitte oder wenn ein Erlebnispark ausdrücklich erst nach dem kirchlichen Segen eröffnen solle, dann fühle er sich in seiner Berufung bestärkt. „Wir brauchen keine Pfarrer, die solche Veranstaltungen nur ausschmücken.“ Wenn Jesus in solchen Momenten unter den Menschen sei, wisse gerade Maria, wie wertvoll solche Gemeinschafts-Momente sind und dies, so Märkl abschließend, sei an Orten wie Lautenbach immer wieder spürbar.
Nach der Messe zog die Gemeinde zur Muttergottes-Statue im Pfarrgarten, wo der feierliche Schlusssegen gespendet wurde. Das Gemeindeteam aus Lautenbach dankte Pfarrer Märkl herzlich und versicherte, dass er den Gottesdienst-Besuchern mit seiner Anwesenheit und seinem Predigtwort ebenfalls einen „Schluck Wasser“ im Alltag geschenkt habe. Lange noch stand der ehemalige Kaplan im Pfarrgarten, schüttelte bekannte Hände und begrüßte ihm bekannte Gesichter, er fühlte sich augenscheinlich sehr wohl an der alten Wirkungsstätte. Zum Fatima-Tag im August wird wiederum ein „alter Bekannter“ erwartet, dann kommt der ehemalige Stadtpfarrer Lukas Wehrle aus Kirchhofen nach Lautenbach.


