Patrozinium der Wallfahrtskirche Lautenbach feierlich begangen
15.08.2026 |
Mit einer stimmungsvollen Abendmesse, Musik der Trachtenkapelle und des Ferienchors sowie dem feierlichen Schlusssegen im Pfarrgarten feierte die Wallfahrtskirche Lautenbach am 15. August ihr Patrozinium. Bereits am Vortag hatten Kinder traditionelle Wihennen gebunden.
Die Wallfahrtskirche in Lautenbach feiert ihr Patrozinium am 15. August, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel und ist damit in guter Gesellschaft mit Kirchen wie in Nesselried oder Gengenbach. Die Besonderheit ist allerdings, dass in Lautenbach seit Jahren nach dem Fatima-Tag am 13. August schon zwei Tage später ebendieser nächste Wallfahrtstag organisiert werden muss. Wer allerdings gedacht hätte, die Pfarrgemeinde Lautenbach könne dies nicht angemessen leisten, hätte sich sehr getäuscht: auch dieser zweite Mariengedenktag, im Volksmund „Maria Himmelfahrt“ genannt, wurde gebührend gefeiert.
Das Gemeindeteam hatte am 14. August einen Workshop im Rahmen des Ferienprogramms angeboten. Hier konnten Kinder das Binden von Wihennen, den traditionellen Blumengebinden, erlernen. Pater Kilian Saum hatte es sich nicht nehmen lassen, bei diesem Workshop vorbeizuschauen und Wissenswertes zu den gesammelten Pflanzen vorzustellen. Der Ursprung dieser Gebinde liegt in der Legende, dass die Jünger das Grab Marias leer vorgefunden haben sollen. Stattdessen war es mit Blumen gefüllt. Aus dieser Vorstellung heraus wuchs der Glauben, dass Maria als erstem Menschen die Gnade widerfuhr, mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden zu sein. Seit jeher spielen wohlriechende Kräuter daher an diesem Feiertag eine große Rolle und es war wunderschön anzusehen, dass zum Gottesdienst einige Kinder dann ihre eigenen Wihennen mitbrachten.
Am Festtag selbst feierte Pfarrer Ralf Dickerhof mit der Gemeinde eine sehr stimmungsvolle Abendmesse. Schon zum Einzug von Priester und Ministranten setzte eine Abordnung der Trachtenkapelle unter der Leitung von Stefan Rendler beeindruckende Akzente. Die Musiker begleiteten auch mehrere Gemeindelieder, was mit der besonderen Klangfarbe der Instrumente unter die Haut ging. Der „Ferienchor“ aus Mitgliedern der Kirchenchöre Lautenbach, Ödsbach und Zusenhofen unter der Leitung von Organist Tobias Götz war nach dem Fatima-Tag nochmal im Einsatz und konnte mit seinen vorgetragenen Marienliedern eine wunderbare Atmosphäre im Kirchenschiff erzeugen, was die vielen Gottesdienstbesuchern stark beeindruckte. Beide Musikgruppen erhielten am Ende des Gottesdienstes lange anhaltenden Applaus.
„Wir kommen alle, alle in den Himmel – weil wir so brav sind“ so eröffnete Ralf Dickerhof seine Predigt. Das bekannte Fasnachtslied benutzt das Wörtchen brav, allerdings im Sinne von „freundlich“. Dickerhof erklärte, dass „bravo“ im Italienischen auch „mutig“ bedeuten kann – und somit ändert sich die Bedeutung der Liedzeile: Maria kam in den Himmel, weil sie als „brava Maria“, als mutige oder fleißige Maria ein Vorbild war. Die Gottesmutter hatte in ihrem Leben zuerst ein mutiges Ja gesagt – und schon begann der Konflikt zwischen den Mächten. Das Böse wollte das Gute vernichten, so wie es in der Lesung aus der Apokalypse zu hören war: ein feuerroter Drache will in dem Text ein neugeborenes Kind verschlingen. Doch am Ende siegt das Gute und das Schöne, so der Geistliche. Wer bei der Sonnenfinsternis drei Tage zuvor den erhebenden Moment erlebt hatte, als die Sonne wieder hinter dem Mond hervortrat, konnte sicher nachvollziehen, was Schönheit bedeuten kann, sie berührt den Menschen an einem solchen Festtag ganz besonders. „Möge uns Maria auf unserem Weg auch weiterhin begleiten und uns Mut und Schönheit aufzeigen“ so die Schlussworte der Predigt.
Wie an jedem hohen Marienfest zog die große Gemeinde nach der Messfeier zur Marienstatue im Pfarrgarten, wo der feierliche Schlusssegen erfolgte und ein Schlusslied gesungen wurde. Das Gemeindeteam hatte Bänke aufgestellt und daher lud Pfarrer Dickerhof herzlich dazu ein, bei kühlen Getränken noch eine Weile im Park zu verweilen und den Abend gemeinsam in guter Gemeinschaft ausklingen zu lassen.