Abenteuer, Kanu und Glaube – Die besondere Kanutour zur Firmvorbereitung
05.10.2026 |
16 Jugendliche und vier Begleiter paddelten zur Firmvorbereitung sechs Tage lang mehr als 70 Kilometer auf der Lahn. Zwischen Kanufahren, Gebeten und Gesprächen wuchs eine Gemeinschaft mit vielen wertvollen Erinnerungen.
„Abenteuer, Kanu und Glaube“ – treffender hätte das Motto eines der Firmprojekte der Pfarrei kaum sein können. In 6 Tagen paddelten wir (16 Jugendliche und 4 Begleiter) mehr als 70 Kilometer auf der Lahn; meisterten manche Herausforderung und setzten uns intensiv mit dem (eigenen) Glauben auseinander. Die gemeinsame Zeit wurde für alle zu einem besonderen Erlebnis mit vielen wertvollen Erinnerungen.
Am 18.08.2026 ging es nach dem Reisesegen durch Pfarrer Dickerhof mit 2 vollbesetzten Kleinbussen und einem Gepäckauto auf nach Löhnberg, um die erste Etappe zu paddeln. Jeden Tag übernachteten wir auf einem anderen Campingplatz. Ein typischer Tag begann mit dem gemeinsamen Frühstück, dem Morgengebet und einem geistlichen Impuls. Dann hieß es Zelte abbauen, Gepäck verladen und ab aufs Wasser. Zum Mittag gab es zur Stärkung immer eine ausgiebige Vesperpause, Zeit für körperliche Erholung und eine thematische Einheit. Während der Zeit auf dem Wasser sind wortwörtlich Gespräche über Gott und die Welt entstanden. Manchmal tiefgründiger, manchmal belangloser und immer konnte man es von irgendwo lachen hören. Abends angekommen am Zeltplatz hieß es Kanus verräumen, Gepäck ausladen und Zelte aufschlagen. Das Abendprogramm war geprägt vom gemeinsamen Kochen, Essen und Spülen sowie von freier Zeit für Kartenspiele und andere gemeinsame Aktivitäten. Beendet wurden die Tage immer mit einem gemeinsamen Abendgebet.
Kleiner Spoiler: Es ist die ganze Fahrt über tatsächlich kein einziges Boot gekentert, obwohl die Kanus jeden Tag neu besetzt wurden. Hier war gegenseitiges Vertrauen und gutes Teamwork gefragt. Nass wurden wir leider trotzdem manchmal – und zwar von oben, Regenschauer und ein Unwetter am Abend blieben leider nicht aus. Aber wir haben das Beste daraus gemacht und jeder hat mit angepackt, als die Pavillons davonfliegen wollten.
Ein Highlight der Woche war sicher der Zwischenstopp in Limburg. Hier haben wir gemeinsam Pizza gegessen und eine Domführung erhalten. Außerdem hatten alle etwas Zeit zur freien Verfügung. An diesem Abend hat uns sogar Pater Shinto noch besucht, um mit uns einen Gottesdienst zu feiern. Geendet hat unsere Kanutour in Schönstatt. Hier haben wir ebenfalls eine Führung durch den Wallfahrtsort erhalten und durften auf der Wiese vor dem Heiligtum vom Haus Tabor übernachten.
Pater Stefan Strecker hat uns eine klasse Einführung zum Sakrament der Versöhnung gegeben und stand hinterher noch bis spät in die Nacht für die Beichte oder ein persönliches Lebensgespräch zur Verfügung.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass es superschön war zu sehen, wie aus einzelnen Jugendlichen aus verschiedenen Ortschaften und Freundeskreisen eine Gemeinschaft wurde. Es entstand eine Gruppe, die einander unterstützte, motivierte und auch in herausfordernden Situationen zusammenhielt. Beim Paddeln, beim Auf- und Abbau, beim Kochen, beim Spülen und bei den gemeinsamen Spielen war jeder gefragt und konnte sich mit seinen eigenen Fähigkeiten einbringen.
Mit vielen neuen Erfahrungen, gemeinsamen Erinnerungen und hoffentlich auch einigen Gedanken, die uns über die Firmvorbereitung hinaus begleiten werden, ging damit eine besondere Woche zu Ende.
Verschiedene Eindrücke unserer Kanufahrer wollen wir euch nicht vorenthalten:
„Die Kanutour war für mich toll. Es gab viele schöne Erfahrungen und ich habe auch kirchlich etwas Neues gelernt. Ich würde es immer wieder empfehlen, da man als Gruppe zusammenwächst.“
„Ich fand das Bibelteilen auch noch einen sehr schönen Impuls, da wir uns mal genauer mit einer bestimmten Stelle aus der Bibel beschäftigt haben. Es war sehr spannend, wie jeder es ein bisschen anders versteht.“
„Die Beichte war noch einmal ein ganz besonderes Erlebnis, da wir uns am Mittag dafür etwas mehr Zeit genommen haben und jeder so für sich war. Ich fand es irgendwie schön, einfach mal darüber nachzudenken und das dann am Abend bei der Beichte sozusagen loszulassen.“
„Vor allem die Gespräche mit den anderen über Gott haben mich in meinem eigenen Glauben sehr weitergebracht. Es war sehr interessant, mit den Betreuern über Sünden und Vergebung zu sprechen. Besonders schön fand ich auch das Gespräch über Gottes endlose Liebe zu uns und darüber, dass wir immer zu ihr finden können. Auch habe ich mitgenommen, dass jeder seinen Glauben auf seine Art und Weise lebt und man trotzdem viel voneinander lernen kann.“
„Wir haben zusammen viel erlebt, sei es ein starker Regen, eine ungeplante Wanderung oder ein platter Reifen. Ich habe in der Woche vor allem gelernt, dass nicht immer alles glatt im Leben läuft und dass man Ungeplantes auch gemeinsam oder alleine schaffen kann, egal wie unerwartet es kommt. Es gibt immer eine Lösung. Das Ungeplante ist meist spannender und bleibt mehr in Erinnerung als das Geplante.“
„Der Sturm war ein bisschen beängstigend, weil ich gedacht habe, dass es die Zelte wegreißt. Neue Leute kennenzulernen war schön und man hat neue Freunde gefunden.“
„Ich fand, dass wir in diesen Tagen zu einer sehr schönen Gemeinschaft wurden und besonders habe ich das an dem Abend, an dem es gestürmt hat, bemerkt. An den Abenden, an denen ein paar zusammen gespielt haben, kamen auch Personen, die sich vorher nicht so gut kannten, einfach ins Gespräch.“
„[Bezogen auf den internationalen Gottesdienst in der Pilgerkirche von Schönstatt] Der Gottesdienst war sehr interessant: Zu sehen, wie andere Völker ihre Gottesdienste feiern. Und diese Kirche hat auf mich einen sehr großen und schönen Eindruck gemacht.“
„Die Kanutour war ein wirklich schönes Erlebnis. Man hat Spaß gehabt und neue Freunde gefunden. Zwischen dem ganzen Kanufahren gab es auch noch Impulse, die auf die Firmung vorbereitet haben. Trotz dem vielen Regen war es sehr schön und ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.“
„Ich fand das Kanufahren sehr toll und einfach in der Natur zu sein, auch das Reden und Lernen über Gott, auch als allmächtigen Vater, über die Dreifaltigkeit Gottes. Ich konnte sehr viel lernen und mitnehmen.“
„In Funktion als Betreuer fand ich es ziemlich interessant, die Entwicklung der Gemeinschaft innerhalb der Projektgruppe zu beobachten. Anfangs noch aus einigen Kleingruppen und Individuen, die – evtl. notgedrungen – wegen des Pflichtprogramms zur Vorbereitung auf die Firmung aus einem weiträumigen Gebiet zusammengekommen waren, entwickelte sich EINE Gemeinschaft, der es möglich war, in unvorhergesehenen Herausforderungen zusammenzustehen, einander zu tragen und zu motivieren und diese Challenges gut zu meistern. Sehr bewegt haben mich aber auch die tiefen spirituellen Fragen und das durchaus große Interesse am gemeinsamen Glauben und darüber mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Aus Betreuersicht für mich persönlich ein sehr erfahrungsbereichernder und abwechslungsreicher Trip auf dem Wasser, der Geistliches mit sportlicher Aktivität und Spaß gut verband.“
„[Eine weitere Aussage eines anderen Betreuers:] Auch die Bereitschaft der Jugendlichen, sich auf die geistlichen Themen einzulassen und über persönliche Fragen und den eigenen Glauben ins Gespräch zu kommen, war für uns Begleiter eine wertvolle Erfahrung. Zwischen sportlicher Aktivität, Gemeinschaft und Spaß entstanden immer wieder überraschend tiefe Gespräche.“